Die Versachlichung der Babys

Immer wenn ich Eltern sehe, die ihre Kinder im MaxiCosi wie im Einkaufskorb am Arm herum schlenkern, spüre ich einen kleinen Stich im Herzen. Die Kinder sehen oft verängstigt aus und haben meist einen Schnuller im Mund, an dem sie unablässig saugen.

Das erschreckt und betrübt mich. Ich frage mich wie es diesem Kind geht, wie es sich fühlt, was für unbewusste Entscheide es fällt über sich, die Mitmenschen und die Umwelt. Aus der Psychologie und Hirnforschung wissen wir ja mittlerweile, dass die grundlegenden Entscheide nicht nur in den ersten Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren gefällt werden, sondern schon im Mutterleib und während der Geburt. Es sind Annahmen über die eigene Identität, alles unbewusst natürlich und nicht in Worte gefasst, und können sein, ,ich bin unwichtig‘,  ,ich zähle nicht‘, ,ich bin ausgeliefert‘, ,die Welt ist bedrohlich‘, und so weiter. Sie schlummern im Unterbewussten und bestimmen dann zum grossen Teil unser Leben.

Wie kommt es dazu, dass Eltern ihre Kinder und deren Empfinden oft nicht wahrnehmen?Geplanter Kaiserschnitt und PDA scheinen für die Unterbrechung der Mutter-Kind-Beziehung ein grosser Faktor zu sein. Mutter und Ungeborenes sind ja eine Einheit und als solche auch eng verbunden. Die Geburt ist die organische Fortsetzung der Liebe zwischen Mann und Frau und der Schwangerschaft; mit Eingriffen wie Kaiserschnitt und PDA kann sie nicht wie vorgesehen stattfinden und die Einheit, die durch die gemeinsam erlebte und erfahrene Geburt gestärkt wird, ist gestört.

Auch wenn von manchen behauptet wird, dass Kaiserschnitt und PDA fürs Baby nicht traumatisch seien, zeigen Forschungsergebnisse doch etwas anderes auf. Schon die Entscheidungen für Kaiserschnitt und PDA, wenn sie rein zum Komfort der Mutter gefällt werden, sind eine Versachlichung des Ungeborenen. Pharmazeutische Schmerzmittel und Anästhetika unterbinden das Ausschütten der körpereigenen Schmerzmittel, der Endorphine, in die Blutbahn der Gebärenden, die auch dem Ungeborenen zu Gute kommen. Ohne diese Endorphine erlebt das Kind ungeschützt den Druck und den Schmerz. Es ist besonders bedenklich, das eine PDA in den allermeisten Fällen die Stunden der Wehentätigkeit verlängert.

Ich bin überzeugt, wenn Frauen in der Schwangerschaft darüber informiert würden, sie sich dieser Tatsachen bewusst wären, sie fast immer für eine nicht-pharmakologische Geburt entscheiden würden - zum Wohle ihres Kindes.

Frauen, die ganz bewusst schon in der Schwangerschaft die Kommunikation mit ihrem Baby aufnehmen, spüren, dass sie beide ein Team sind und finden meist einen sehr guten Weg die Geburt zu erleben, damit beide in den Genuss der Endorphine kommen und sich an der gemeinsam erfolgten Leistung freuen können.

Ich spreche selbstverständlich nicht von den lebensrettenden Massnahmen des Kaiserschnitts. Statt PDA (sie hat nämlich auch für die Mutter potentielle negative Nebenwirkungen) zur Schmerzlinderung, gibt es viele viele Möglichkeiten. CranioSacral Therapie und EFT sind zwei davon - schon in der Schwangerschaft Ängste und Stress (die wichtigsten Auslöser von Verspannung und Schmerz) anzugehen und Antworten auf Fragen zu finden.    

Ich wünsche mir für alle Kinder die im 2011 (und danach natürlich auch!!!) geboren werden, dass sie als fühlende, wahrnehmende, lernende, sensible, kommunikationsfähige Wesen, die sie schon als Ungeborene sind, erkannt und gewürdigt werden.


PS: Allen englisch lesenden, an Geburt Interessierten kann ich das Buch: Birth, Countdown to Optimal  von Sylvie Donna (Freshheartpublishing) wärmstens empfehlen.

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