Seit langem wissen wir, dass gestillte Kinder im Allgemeinen weniger anfällig auf Erkältungen und Infektionskrankheiten aller Art sind. Sie sind durchs Band gesünder und das bis weit in die Schuljahre hinein. Gleichzeitig war es aber ein Rätsel, dass ein relativ grosser Teil der sonst so leicht verdaulichen Muttermilch gar nicht verdaut wird.
Forscher der Universität von Kalifornien in Davis haben nun eine Antwort gefunden. Es gibt einen besonderen Stamm von Bakterien, der sich von diesen fürs Baby unverdaulichen Zuckern ernährt. Diese Bakterien kleiden die Darmwände aus und verhindern das andocken und einnisten von Giftstoffen und krankheitserregenden Bakterien. Ein weiterer Geniestreich von Mutter Natur ihre Jungen zu schützen.
Weitere Forschungsergebnisse die für Eltern im besonderen interessant sind, beziehen sich auf das Hormon Oxytocin. Wir wissen längst dass sich dadurch die Gebärmutter zusammen zieht und so die Geburt des Babys ermöglicht und den Milchspendereflex aktiviert, unerlässlich für erfolgreiches Stillen.
In unserer Evolutionsgeschichte war es unumgänglich für unser Überleben, dass die Wirkung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin viel stärker waren, als die Wirkung von Oxytocin. Sobald sich eine Gefahr näherte, von einem wilden Tier oder einem anderen Menschen, war es natürlich wichtig, dass eine Frau aufhörte zu gebären oder zu stillen und entweder fliehen oder kämpfen konnte. Die Stresshormone in der Blutbahn wurden durch diese beiden Aktivitäten ,aufgebraucht‘ und wenn die Gefahr vorbei war, setzte die Mutter das Gebären oder Stillen fort.
Heute braucht es für eine junge Mutter nicht viel um sich gestresst oder bedroht zu fühlen: ein kritischer Blick der Nachbarin, ein ungeduldiges Wort des Partners, oder noch ein Artikel, der die Wichtigkeit des Mutterseins belächelt, und Stresshormone werden in die Blutbahn ausgeschüttet. In der modernen Welt reagieren wir, meistens wenigstens, nicht mit Kampf oder Flucht, was die Stresshormone aus der Blutbahn schwemmen würde - sondern die Geburt stockt oder die Milch hört auf zu fliessen.
Genau, bis jetzt nichts Neues.
Die neusten Forschungsergebnisse über Oxytocin zeigen uns, dass wir im ganzen Körper sehr viele Rezeptoren für dieses Hormon haben - nicht nur in der Gebärmutter und den Brüsten den Frau. Wissenschaftler haben auch festgestellt, dass die Wirkung von Oxytocin viel breiter ist als bisher angenommen: es hilft uns mit Stress umzugehen, erleichtert das Bonding, unterstützt Intimität, fördert das Gefühl von Nähe, erlaubt uns in Einklang mit den Rhythmen der Natur zu sein, regt das Glücksgefühl an, kräftigt unser Immunsystem und fördert so unsere Allgemeingesundheit und Wohlbefinden.
Die Forscher haben auch entdeckt, dass bestimmte Handlungen und sogar Gedanken die Produktion anregen und in die Blutbahn ausschütten. Stillende Frauen erfahren das ganz direkt – der Milchspendereflex setzt schon ein, wenn sie ans Baby denken, es halten oder seinen Duft riechen, wenn sein kleines Gesicht strahlt, wenn sie in seine Nähe kommen oder sein offener Mund die Brust sucht.
Sehr hilfreich um der Wirkung von Stress entgegen zu wirken, können wir aktiv und willentlich Oxytocin in unseren Körper fliessen lassen durch:
Ganz praktisch, hier meine Anregung:
Nehmen Sie ein Blatt Papier, schreiben Sie die obige Liste ab und unterstreichen Sie die Möglichkeiten, die Sie am meisten ansprechen – mindestens sieben davon – und schreiben dann pro Möglichkeit zwei bis drei ganz konkrete Wege auf, wie Sie dies tun können.
Zum Beispiel: schreiben Sie ein tägliche ,Dankbarkeitsliste‘ von fünf Dinge wofür Sie dankbar sind -
oder eine tägliche ,Wertschätzungsliste‘ - fünf Dinge die Sie an Ihrem Leben, Kind, Baby, Partner schätzen
Oder umarmen und küssen Sie Ihre Kinder und Partner wenn sie zur Schule oder Arbeit gehen und wieder nach Hause kommen
Erinnern Sie sich an Ihre Lieblingslieder aus der Teenagerzeit und singen Sie sie oder tanzen dazu.
Ich wünsche allen Zufriedenheit, Dankbarkeit, Fröhlichkeit, Gesundheit und viel Freude und Spass.
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Christina Hurst-Prager
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